Webkolumne: IVW contra alexa.com
Der Werbetreibende will immer wissen, wieviele Personen seine Werbung wahrnehmen. Ist dies bei reinen Printmedien schon sehr schwierig, so kommen im Internet noch einige zusätzliche Probleme dazu.
Eine Webseite ist zunächst nur ein HTML-File, das auf dem Browser dargestellt wird. Nachdem das File auf dem Rechner des Benutzers ist, werden zusätzlich die Bilder der Seite dargestellt, insbesondere die Werbebanner, die einen Großteil des Internets im Moment finanzieren.
IVW zählt, wieviele dieser Bildchen über das Netz gehen. Das funktioniert solange, bis ein Proxy-Server die Daten aus einer vorherigen Anfrage gespeichert hat. Dann liefert er die Dateien ohne Nachfragen beim Ursprungsserver an den Nutzer aus. Dieses Verfahren ist in vielen Unternehmen und Universitäten üblich.
Einen anderen Ansatz verfolgt www.alexa.com. Hier hat jeder Nutzer ein kleines Tool, das die Übermittlung der HTML-Seite an den Browser direkt an den Server www.alexa.com weitermeldet. Das Tool kann allerdings bei bestimmten Webinhalten ausgeschaltet werden, wenn der Nutzer Sorgen um seine Privatsphäre hat.
Es bietet sich also ein Vergleich von beiden Meßverfahren an. In der folgenden Grafik wurden die Originaldaten von IVW (Pageimpressions) als Basis genommen. Die Besucherzahlen, von IVW und von alexa gemessen, wurden dagegen aufgezeichnet.
Summe Visits IVW und Visits alexa.com:

Die Werte liegen innerhalb zweier Grössenordnungen in etwa auf einer Geraden. Interessante Ausnahmen: Seiten mit erotischem Material (www.coupe.de und www.praline.de) haben bei alexa weniger Hits (Tool abgeschaltet?). Infoseiten wie www.cityinfonetz.de oder Der Spiegel zeigen das gegenteilige Verhalten, d.h. werden oft hinter dem Proxy einer Firma gelesen. Noch mehr zu Hitlisten.
Neuer Beitrag zu Mitbewerberanalyse mit alexa (12/2002)
Prof. Dr. Eduard Heindl
Tübingen, den 23. Februar 1999 (Überarbeitet 8.9.2000, 8/2002)
