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Web-Kolumne: Die neue Rechtschreibung

Der Streit um die neue Rechtschreibung ist wieder voll entbrannt, seit die FAZ zur alten zurückgekehrt ist und die deutschen Schriftsteller zur alten Rechtschreibung zurückkehren wollen. Was liegt also näher, das Problem einmal objektiv mit einer Suchmaschine zu betrachten.
Für die Miniuntersuchung habe ich die Suchmaschine "Raging search" von Altavista gewählt, weil es mit ihr einfach möglich ist, das Auftauchen bestimmter Worte innerhalb festgelegter Zeiträume zu bestimmen.

Die erste Frage galt dem für Pommesesser so wichtigen Ketchup. Es gibt immerhin 526 Seiten im deutschsprachigen Raum, die zwischen Mai 1996 und Oktober 1998 erstellt wurden und das Wort Ketchup enthalten, allerdings auch 43, die sogar schon Ketschup nutzen. Möglicherweise nicht ganz gewollt, denn die Zahl der Autoren, die seit Beginn der neuen Rechtschreibung am 1. August 1999 auf die neue Schreibweise zurückgreifen, ist auf 32 gesunken bei immerhin 573 neuen Ketchupseiten im Zeitraum Mai 2000 bis Oktober 2000.

Dieser Trend gilt allerdings nicht generell, so hat die im Internet häufige Schreibweise des "ss" gegenüber dem "ß" zugenommen, etwa bei Kongress, der schon früher fast so häufig stattfand wie der Kongreß.

Verschiedene Schreibweisen

In der obigen Grafik ist die Entwicklung der prozentualen Anteile für die verschiedenen Schreibweisen dargestellt. Je höher die Säule, umso mehr nutzen die klassische Schreibweise.

Man sieht, dass viele Schreibweisen schon hart an der 50% Marke liegen, nur das Ketchup wird uns wohl erhalten bleiben.

Viel Spaß bei der eigenen Analyse: Ich freue mich wie immer auf Rückmeldungen. eduard@dont-want-spam.heindl.de

Prof. Dr. Eduard Heindl
Tübingen, den 4.Oktober 2000

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